UBBFriend: Senden Sie diese Seite per eMail an einen Freund!
  Das Forum
  Europa, (früher auch Asien, Amerika, Australien)
  Tschechien-Kurztrip

Neues Thema erstellen  Antwort erstellen
Profil | Registrieren | Voreinstellungen | Hilfe | Suchen

nächster neuer Beitrag | nächster älterer Beitrag
Autor Thema:   Tschechien-Kurztrip
cheap-outdoor
Junior Member

Beiträge: 3
Registriert: Nov 2000

erstellt am: 07. Februar 2001 22:08     Sehen Sie sich das Profil von cheap-outdoor an!   Senden Sie cheap-outdoor eine eMail!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
Am 28.04.2000 brechen wir zu unserer ersten Abenteuerreise im Zeichen des "kleinen Geldbeutels" auf. Zwei Wasserkanister á 10 Liter, Essen und Trinken, ein Kocher und Schlafsäcke sind an Bord und so nehmen wir von Neuendettelsau in der Nähe von Nürnberg morgens 6.30h Kurs auf Tschechien. Immer entlang der E50 ist zwei Stunden später die Grenze erreicht. In Angesicht der stetig steigenden Vignettenpreise in Österreich zahlen wir die 10,-DM für die Erlaubnis, Tschechiens Autobahnen 10 Tage lang zu nutzen, wirklich gern. Nach gemütlicher Weiterfahrt (auf Autobahnen in Tschechien ist nur 120 erlaubt, was aber ungemein entspannend sein kann) vorbei an Plzen auf der wirklich gut ausgebauten Straße erreichen wir schließlich um 10.30h Prag. Nach unzähligen Staus im Zentrum der goldenen Stadt finden wir schließlich ein Parkhaus nahe des Bahnhofs und somit auch unweit des Zentrums. Bei Parkgebühren von 1,60DM/h kann man wirklich ausgiebig die Stadt erkunden. Nach einem frischen Budvar (Budweiser) in einem Café direkt am Ufer der Moldau geht es schließlich 15.00h auf der E65 weiter Richtung Riesengebirge.
Wie so oft kurz vorm Ziel verheißt das blinkende Lämpchen der Benzinuhr unseres fahrbaren Untersatzes (ein Volvo 360 GLT des Baujahrs 1983) nichts Gutes und so steuern wir die nächste Tankstelle an. Da der Motor sich aber ausschließlich mit Benzin der besten Sorte (SuperPlus) zufrieden gibt und dieses nur an vereinzelten Tankstellen (selten bei den großen Marken wie Shell oder BP) zu bekommen ist, müssen wir unverrichteter Dinge weiterfahren, Zudem stellen wir fest, daß sich die Preise von Tankstelle zu Tankstelle doch erheblich voneinander unterscheiden.
In der Nähe von Semily finden wir schließlich gegen 17.30h einen abgelegenen Feldweg, den wir zu unserem ersten Schlafplatz machen. Da wir mit An- und Abreise nur vier Tage unterwegs sein und dabei so viel wie möglich sehen wollten, hatten wir beschlossen, uns das tägliche Zeltauf- und -abbauen zu sparen. Aus diesem Grund hatten wir beim Volvo die Rückbank ausgebaut und statt dessen eine Holzplatte installiert, die uns nun als Schlafunterlage diente. Alles ist schnell gerichtet (Gepäck auf die Vordersitze, Isomatten und Schlafsäcke auf der Holzplatte ausgerollt) und schon können wir uns dem gemütlichen Teil der Reise widmen. Bei sternklarem Himmel und einer kaum an Reinheit zu übertreffenden Luft schmeckt die Tütensuppe wie ein Drei-Sterne-Menü.
Der nächste Morgen erwartet uns mit herrlichem Sonnenschein und einem wunderbaren Ausblick über die flachen Ausläufer des Riesengebirges. Von Semily führt uns eine von vielen und großen Schlaglöchern gesäumte Straße nach Spindleruv Mlýn. In diesem unserem Anschein nach ganz dem Tourismus gewidmeten Örtchen fahren wir bis kurz vor den Natur-Park und stellen den Wagen für 50 Kronen auf dem linkerhand liegenden Parkplatz "Stvrzenka" ab. Von hier aus geht es zu Fuß weiter. Wir wollen zur Elbe-Quelle und folgen dem klaren Wasser flußaufwärts. Schon nach wenigen 100 Metern werden wir jedoch vom sehr einladenden Restaurant "Myslivna" aufgehalten. Natürlich lassen wir uns den Hirschbraten mit original Knödeln nicht entgehen und im Preis von ca. 11.50DM ist auch noch ein Budvar dabei. Gut gestärkt folgen wir weiter dem Fluß. Es ist schon beeindruckend, wenn man bedenkt, daß das Wasser, welches man gerade an sich vorbefließen sieht, Hunderte von Kilometern weiter in einem breiten Strom in der Nordsee endet. Doch auch diese von herrlichem Wetter begleitete Wanderung geht zu Ende und so fahren wir weiter, wieder auf der Suche nach einem nicht von Durchfahrtsverboten gesäumten Wald- oder Feldweg. Nach einigen der Beschaffenheit nach nur für Geländewagen freigegeben Irrwegen (Dank einer für ein "normales" Auto doch erheblichen Bodenfreiheit haben wir auch diese gemeistert) werden wir schließlich oberhalb des Steinbruchs von Cemý Dul auf einer Wiese mit grandiosem Ausblick fündig. Nach dem obligatorischen Kaffee am nächsten Morgen machen wir uns wieder auf den Weg. Wie verlassen das Riesengebirge mit Wehmut und dem Versprechen, auf jeden Fall wiederzukommen, und nehmen Kurs zurück auf Prag. Gegen Mittag biegen wir von der B32 ab Richtung Zahonice und folgen der kleinen Straße am See entlang nach Poust, einem kleinen, nicht ausgeschilderten, Ort. Von der Straße gehen immer wieder kleine Wege ab, die direkt zum Seeufer führen und zu einem Picknick geradezu einladen. Auf der B32 zurück wechseln wir zwischen Plzen und Stribo auf die B605 und fahren Richtung Deutschland. Biegt man von dieser Straße nach dem Ort Ulice rechts nach Pnounany ab, kommt man zu einem großen Stausee Tschechiens, dem Hrancholusky. Wüßten wir nicht in welchem Land wir sind, könnte man meinen, einen Abstecher nach Schweden oder Norwegen gemacht zu haben. Der letzte Schlafplatz ist diesmal schnell gefunden. Langsam bekommen wir Routine. Leider überrascht uns an diesem Abend ein Gewitter, so daß das allabendliche Lagerfeuer diesmal ausfallen mußte.
1103 Kilometer und vier Tage später erreichen wir wieder unseren Startpunkt. Auf der Suche nach einem preiswerten "Abenteuer" sind wir in Tschechiens unberührter Natur auf jeden Fall auf unsere Kosten gekommen. Und mal ehrlich, sind ca. 120,-DM pro Person all iclusive für einen Vier-Tage-Trip wirklich zu viel? Außerdem man mag es kaum glauben, wie weit man mit 20 Litern Wasser inklusive Körperpflege, Kochen und Abwaschen doch kommt. Man sollte schon mal einen Gedanken daran verschwenden.
Auf jeden Fall hat uns diese Reise dazu inspiriert, regelmäßig solch eine Unternehmung zu starten. Und so freuen wir uns jetzt schon darauf, Ende April diesen Jahres Slovenien zu erkunden. Natürlich auch im Zeichen des "kleinen Geldbeutels"...

Kosten: Vignette für 10 Tage: 10,-DM
Ca. 100 Liter SuperPlus: ca. 170,-DM
Essen in einer Gaststätte: ca. 12,-DM p.P.
Diesel ~ 1,32DM/l
Bleifrei 91 Okt. ~ 1,52DM/l
Super 95 Okt. ~ 1,55DM/l
SuperPlus 98 Okt. ~ 1,66DM/l

IP: Gespeichert

Alle Zeiten sind MEZ (DE)

nächster neuerer Beitrag | nächster älterer Beitrag

Administrative Optionen: Beitrag schliessen | Archivieren/Bewegen | Beitrag löschen
Neuen Thema erstellen  Antwort erstellen
Gehe zu:

Kontakt | Das Forum

Powered by: Ultimate Bulletin Board, Version 5.42a
© Infopop Corporation (formerly Madrona Park, Inc.), 1998 - 1999.
Deutsche Übersetzung von thinkfactory.