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Autor Thema:   Tips: Gelaendewagen teil2
Herbert
Junior Member

Beiträge: 25
Registriert: Mai 2000

erstellt am: 26. Mai 2000 20:43     Sehen Sie sich das Profil von Herbert an!   Senden Sie Herbert eine eMail!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
Hallo Forum,
im ersten Teil meiner Tips habe ich beschrieben, wie man mit relativ kleinem Geldbeutel an ein Gelaendefahrzeug kommen kann. Jetzt moechte ich Euch meine Erfahrungen mit der Ausruestung mitteilen.
1. Ausruestung fuer das Fahrzeug:
- Meiner Meinung nach das wichtigeste Utensiel ist ein sog. "Highlift"-Jack. Da kommt man nicht drum-rum! Fuer unsere Zwecke reicht die mittelgrosse Ausfuehrung. Wo's die gibt? Na, das brauche ich Euch wohl nicht zu sagen... Ihr seid ja schon auf der Daerr/Lauche/Maas-Webseite. Die Administratoren moegen mir diese kleine Werbung vergeben
Ein Highlift ist deshalb so wichtig, weil man mit ihm nicht nur einen Reifen wechseln kann, man kann ihn auch also "Not-Winde" hernehmen, falls man doch einmal stecken bleibt.
Elektrische Seilwinden sind ueberfluessig, teuer und man braucht sie selten. (Besonders in Europa) Solltet ihr das Geld fuer einen neuen Highlift nicht aufbringen, koennt Ihr manchmal in Army-Laeden Gebrauchte finden. (Oder beim Globetrottertreffen)
- Es versteht sich von selbst, dass die Reifen am Fahrzeug halbwegs in Ordung sein sollten. (Nicht vergessen, das Reserverad zu pruefen.)
- Wie schon vorher einmal erwaehnt, ist es manchmal noetig einen Dachtraeger zu installieren. Ich wuerde aber vorher ausprobieren, ob nicht doch alles ins Auto passt. (Ich jedenfalls habe auf allen meinen Reisen nie einen gebraucht. Man muss nur klug packen!)
- Reifenflickzeug kann nie schaden, allerdings sollte man das Reifenflicken daheim vorher ueben.
- Werkzeug: Ein schwieriges Kapitel! Man kann nie genug dabei haben... Allerdings muss man mit limitierten Platzverhaeltnissen eine Auswahl treffen. Ausserdem halte ich die Japanischen Gelaendewagen fuer sehr zuverlaessig. Je gruendlicher man das Fahrzeug vor der Abfahrt inspiziert, desto weniger Probleme treten waerend des Urlaubs auf. Auf alle Faelle sollten dabei sein:
Hammer (braucht man nachher auch fuer's Zelt), Schraubenschluessel-Set, Zangen (klein und gross), Radkreuz, Schraubenzieher-Set. Selbstverstaendlich kann diese Liste beliebig erweitert werden, aber man muss den Platz im Fahrzeug und das Gewicht im Auge behalten!
Hier sei nocheinmal erwaehnt: Diese Tips gelten nicht fuer Sahara-Fahrten, sondern fuer noerdlichere Regionen, wie Schottland, Irland, Island usw.

2. Verpflegung
Meiner Meinung nach liegt hier das Geheimnis fuer einen preiswerten Urlaub. Die Preise fuer Nahrungsmittel sind bei Aldi oder Penny-Maerkten europaweit unschlagbar! (Das ist kein Witz!)
Bei meinen Fahrten habe ich alles was ich fuer 4 Wochen an Verpflegung brauchte mitgenommen, und bin nicht verhungert oder an Skorput erkrankt. Im Gegenteil. Nudeln sind leicht und man kann

3. Sonstige Ausruestung
- Zelt: Hier sollte man nicht sparen! Ein schlechtes Zelt kann einem den Urlaub gruendlich vermiesen. Es sollte leicht und schnell auf- und abzubauen sein, wasserdicht und schnell trocknen.Ich habe hier sehr gute Erfahrungen mit Vau-De Zelten gemacht, da dort das Innen- und das Aussenzelt eingehaengt bleibt. Auch das Moskitonetz am Eingang sollte moeglich feinmaschig sein um den kleinen Plagegeistern den Zutritt zu verwaeren. Hier noch ein spezieller Tip: Gerade in den noerdlichen Regionen kann es auch im Sommer haeufig regnen Dann ist das Zelt nass. Dennoch moechte man gern weiterfahren. Nichts ist ekliger als ein nasses Zelt im Kofferraum zu verstauen. Tip: In einer Regenpause Motor warmlaufen und das Zelt auf der warmen Motorhaube trocknen lassen. (Wird zwar nicht von Greenpeace empfohlen, hilft aber
- Isomatte und Luftmatraze duerfen nicht fehlen.
- Kleidung: Hier muss jeder selbst entscheiden, wieviel man mittnimmt. Als Grundsatz gilt: Nicht so viel mittnehmen, lieber mal im Waschsalon das zweite paar Jeans waschen... Warmer Pulli und/oder Annorak sind "waermstens" zu empfehlen.
Regenkleidung sollte auch nicht fehlen.
- Auch einen guten Schlafsack sollte man dabei haben. Auch im Sommer sind die Naechte kuehl.
- Gaskocher, ist ebenfalls Pflicht, ansonsten isst man Sushi (Topf und Besteck versteht sich von selbst)
- Mueckenmittel sind so eine Sache. Bei dem Einen hilft dies, beim Anderen das. Gestochen wird man sowieso...

4. Packen des Fahrzeugs:
Hier gilt: Schwere Gegenstaende nach unten und eher in die Mitte des Fahrzeugs legen und gut befestigen! Bitte nie einen schweren Gegenstand oben auf's Gepaeck legen,denn beim ersten Bremsmanoever ist die Ruebe ab!
- Alles gut verzurren! Wenn man in's Gelaende faehrt, wird's holprig. Mir hat ein Hi-Lift schon mal beinahe ein Loch in den Unterboden geschlagen...

5. Fahrtips
- Im Gelaende langsam (!) fahren. Keine Hektik, ruhig ueberlegen was man tut. Wenn man sich nicht sicher ist, Gelaende vorher abgehen. Nur dort fahren, wo man sich sicher fuehlt. Anfaenger machen meist den Fehler viel zu schnell zu fahren. Den Allrad und Untersetzung gleich zu Beginn einlegen, nicht erst, wenn man schon festgefahren ist. Einmal in der Untersetzung, braucht man nicht mehr so oft zu kuppeln, man kann sehr langsam fahren und bergab bremst der Motor. Moechte man in Gegenden Off-Road fahren, wo spaerliche oder keine Besiedlung ist, empfehle ich ein Hand-Telefon und/oder CB-Funkgeraet.
Wenn man alleine faehrt und noch nicht viel Erfahrung mit Fahrzeugbergung hat, sollte man sumpfiges Gebiet oder tiefe Schlammloecher meiden. Hier bleibt man besonders schnell stecken.
Flussdurchfahrten oder tiefes Wasser ist ebenso problematisch, besonders bei Fahrzeugen mit Benzin-Motor. Wichtig: Auch mit einem Schnorchel ist ein Fahrzeug mit Benzinmotor fuer tiefes Wasser nicht geeignet!

- Lasst Euch Zeit! Auch auf der Autobahn. Vollgasfahrten kosten nur unnoetig Sprit und unterm Strich ist man keine Minute schneller.

Schoenen Urlaub wuenscht euch
Herbert

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bernd s
Junior Member

Beiträge: 10
Registriert: Mai 2000

erstellt am: 27. Mai 2000 17:23     Sehen Sie sich das Profil von bernd s an!   Senden Sie bernd s eine eMail!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
Hallo Herbert,

ich habe da noch ein paar Anmerkungen zu deinem Lobgesang auf den HighJack:

- zum Reifenwechsel sollte ein vernünftiger Hydraulikwagenheber an Bord sein, da ein mit dem HJ aufgebocktes Fahrzeug extrem instabil ist

- der HJ ist leider etwas schmutzempfindlich, ist er einmal mit Sand oder Schlamm "benetzt" wird vorallem das Ablassen zu einem echten Problem

- Hast du den HJ wirklich schon mal als Windenersatz benutzt?

Ich halte das eher für einen Werbegimmick, denn wenn es im Gelände wirklich soweit ist, ist es mit einem halben Meter Hub nicht getan (wenn überhaupt soviel geht, da ja vorher die ganze Gurterei erst mal unter Spannung gebracht werden muß). Bei der Gelegenheit liegt das gute Stück dann im Dreck (siehe Schmutzempfindlichkeit)


Der HighJack ist ein wirklich brauchbares Utensil im Gelände (meiner ist Off Road immer dabei und zwar zum Heben)aber mit Sicherheit kein Windenersatz.

Der Vorteil von Winde oder Greifzug kommt beim Selbstbergen in Sand oder Schlamm zum tragen (ohne meine Winde würde ich vermutlich heute noch in einem Kessel im Erg Ubari sitzen). Fremdbergungen lassen sich deutlich Kupplungsschonender realisieren und ein umgestürztes Fahrzeug läßt sich in der Regel nur noch mit Winchen wieder auf die Räder bringen (2x mit Erfolg getestet).

Gruß
Bernd

quote:
Original erstellt von Herbert:
Hallo Forum,
im ersten Teil meiner Tips habe ich beschrieben, wie man mit relativ kleinem Geldbeutel an ein Gelaendefahrzeug kommen kann. Jetzt moechte ich Euch meine Erfahrungen mit der Ausruestung mitteilen.
1. Ausruestung fuer das Fahrzeug:
- Meiner Meinung nach das wichtigeste Utensiel ist ein sog. "Highlift"-Jack. Da kommt man nicht drum-rum! Fuer unsere Zwecke reicht die mittelgrosse Ausfuehrung. Wo's die gibt? Na, das brauche ich Euch wohl nicht zu sagen... Ihr seid ja schon auf der Daerr/Lauche/Maas-Webseite. Die Administratoren moegen mir diese kleine Werbung vergeben
Ein Highlift ist deshalb so wichtig, weil man mit ihm nicht nur einen Reifen wechseln kann, man kann ihn auch also "Not-Winde" hernehmen, falls man doch einmal stecken bleibt.
Elektrische Seilwinden sind ueberfluessig, teuer und man braucht sie selten. (Besonders in Europa) Solltet ihr das Geld fuer einen neuen Highlift nicht aufbringen, koennt Ihr manchmal in Army-Laeden Gebrauchte finden. (Oder beim Globetrottertreffen)
- Es versteht sich von selbst, dass die Reifen am Fahrzeug halbwegs in Ordung sein sollten. (Nicht vergessen, das Reserverad zu pruefen.)
- Wie schon vorher einmal erwaehnt, ist es manchmal noetig einen Dachtraeger zu installieren. Ich wuerde aber vorher ausprobieren, ob nicht doch alles ins Auto passt. (Ich jedenfalls habe auf allen meinen Reisen nie einen gebraucht. Man muss nur klug packen!)
- Reifenflickzeug kann nie schaden, allerdings sollte man das Reifenflicken daheim vorher ueben.
- Werkzeug: Ein schwieriges Kapitel! Man kann nie genug dabei haben... Allerdings muss man mit limitierten Platzverhaeltnissen eine Auswahl treffen. Ausserdem halte ich die Japanischen Gelaendewagen fuer sehr zuverlaessig. Je gruendlicher man das Fahrzeug vor der Abfahrt inspiziert, desto weniger Probleme treten waerend des Urlaubs auf. Auf alle Faelle sollten dabei sein:
Hammer (braucht man nachher auch fuer's Zelt), Schraubenschluessel-Set, Zangen (klein und gross), Radkreuz, Schraubenzieher-Set. Selbstverstaendlich kann diese Liste beliebig erweitert werden, aber man muss den Platz im Fahrzeug und das Gewicht im Auge behalten!
Hier sei nocheinmal erwaehnt: Diese Tips gelten nicht fuer Sahara-Fahrten, sondern fuer noerdlichere Regionen, wie Schottland, Irland, Island usw.

2. Verpflegung
Meiner Meinung nach liegt hier das Geheimnis fuer einen preiswerten Urlaub. Die Preise fuer Nahrungsmittel sind bei Aldi oder Penny-Maerkten europaweit unschlagbar! (Das ist kein Witz!)
Bei meinen Fahrten habe ich alles was ich fuer 4 Wochen an Verpflegung brauchte mitgenommen, und bin nicht verhungert oder an Skorput erkrankt. Im Gegenteil. Nudeln sind leicht und man kann

3. Sonstige Ausruestung
- Zelt: Hier sollte man nicht sparen! Ein schlechtes Zelt kann einem den Urlaub gruendlich vermiesen. Es sollte leicht und schnell auf- und abzubauen sein, wasserdicht und schnell trocknen.Ich habe hier sehr gute Erfahrungen mit Vau-De Zelten gemacht, da dort das Innen- und das Aussenzelt eingehaengt bleibt. Auch das Moskitonetz am Eingang sollte moeglich feinmaschig sein um den kleinen Plagegeistern den Zutritt zu verwaeren. Hier noch ein spezieller Tip: Gerade in den noerdlichen Regionen kann es auch im Sommer haeufig regnen Dann ist das Zelt nass. Dennoch moechte man gern weiterfahren. Nichts ist ekliger als ein nasses Zelt im Kofferraum zu verstauen. Tip: In einer Regenpause Motor warmlaufen und das Zelt auf der warmen Motorhaube trocknen lassen. (Wird zwar nicht von Greenpeace empfohlen, hilft aber
- Isomatte und Luftmatraze duerfen nicht fehlen.
- Kleidung: Hier muss jeder selbst entscheiden, wieviel man mittnimmt. Als Grundsatz gilt: Nicht so viel mittnehmen, lieber mal im Waschsalon das zweite paar Jeans waschen... Warmer Pulli und/oder Annorak sind "waermstens" zu empfehlen.
Regenkleidung sollte auch nicht fehlen.
- Auch einen guten Schlafsack sollte man dabei haben. Auch im Sommer sind die Naechte kuehl.
- Gaskocher, ist ebenfalls Pflicht, ansonsten isst man Sushi (Topf und Besteck versteht sich von selbst)
- Mueckenmittel sind so eine Sache. Bei dem Einen hilft dies, beim Anderen das. Gestochen wird man sowieso...

4. Packen des Fahrzeugs:
Hier gilt: Schwere Gegenstaende nach unten und eher in die Mitte des Fahrzeugs legen und gut befestigen! Bitte nie einen schweren Gegenstand oben auf's Gepaeck legen,denn beim ersten Bremsmanoever ist die Ruebe ab!
- Alles gut verzurren! Wenn man in's Gelaende faehrt, wird's holprig. Mir hat ein Hi-Lift schon mal beinahe ein Loch in den Unterboden geschlagen...

5. Fahrtips
- Im Gelaende langsam (!) fahren. Keine Hektik, ruhig ueberlegen was man tut. Wenn man sich nicht sicher ist, Gelaende vorher abgehen. Nur dort fahren, wo man sich sicher fuehlt. Anfaenger machen meist den Fehler viel zu schnell zu fahren. Den Allrad und Untersetzung gleich zu Beginn einlegen, nicht erst, wenn man schon festgefahren ist. Einmal in der Untersetzung, braucht man nicht mehr so oft zu kuppeln, man kann sehr langsam fahren und bergab bremst der Motor. Moechte man in Gegenden Off-Road fahren, wo spaerliche oder keine Besiedlung ist, empfehle ich ein Hand-Telefon und/oder CB-Funkgeraet.
Wenn man alleine faehrt und noch nicht viel Erfahrung mit Fahrzeugbergung hat, sollte man sumpfiges Gebiet oder tiefe Schlammloecher meiden. Hier bleibt man besonders schnell stecken.
Flussdurchfahrten oder tiefes Wasser ist ebenso problematisch, besonders bei Fahrzeugen mit Benzin-Motor. Wichtig: Auch mit einem Schnorchel ist ein Fahrzeug mit Benzinmotor fuer tiefes Wasser nicht geeignet!

- Lasst Euch Zeit! Auch auf der Autobahn. Vollgasfahrten kosten nur unnoetig Sprit und unterm Strich ist man keine Minute schneller.

Schoenen Urlaub wuenscht euch
Herbert


IP: Gespeichert

Herbert
Junior Member

Beiträge: 25
Registriert: Mai 2000

erstellt am: 27. Mai 2000 18:30     Sehen Sie sich das Profil von Herbert an!   Senden Sie Herbert eine eMail!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
Hallo Bernd,

Der Highlift ist kein Windenersatz, das ist richtig.
Man kann ihn aber durchaus als Not-Winde hernehmen, ich habe das schon oefter gemacht. Hier gilt der Grundsatz: Etwas zum ziehen, ist besser als nix!
Der Erfolg haengt aber zu 90% vom Untergrund des Bodens ab. Im Sand z.B. ist er ziemlich nutzlos, weil man wie Du richtig sagst, meistens einen ziemlich langen Hub braucht um freizukommen. Steckt man allerdings im Wald im Schlammloch etc. langen manchmal nur cm um wieder den noetigen Gripp zu haben. Allerdings sind meine tips auch eher fuer noerdliche Regionen gedacht als fuer die Wueste.
Du sprichst an, das der Highlift sehr instabil sein kann. Das ist ein wichtiger Punkt, den ich vergessen habe. Man sollte sich aus einem starken Brett eine Unterlage machen, um dem Highlift mehr Stabilitaet zu geben.
Bitte vergiss nicht, dass meine Tips sich fuer Anfaenger geschrieben sind, die einen preiswerten Gelaendewagen-Urlaub gestalten und nicht in extremes Gelaende fahren wollen.
Wer oefter Off-Road fahren will, kommt um mehr Bergegeraet nicht herum.
Wenn Du sehen willst, wie wir in Kanada Off-Roaden, kannst Du ja mal auf unsere Club-Webseite schauen:

www3.ns.sympatico.ca/design.fort/more/

Viel Spass und Gruesse
Herbert

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