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  Ein Reisebericht vom März 2000 von ULI PFOTZER

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Autor Thema:   Ein Reisebericht vom März 2000 von ULI PFOTZER
Wolfgang Maas
Administrator

Beiträge: 63
Registriert: Mär 2000

erstellt am: 14. März 2000 10:32     Sehen Sie sich das Profil von Wolfgang Maas an!     Editieren oder löschen Sie diesen Beitrag! Reply w/Quote
Per Email erreichte mich dieser Reisebericht von Uli Pfotzer, der mir gestattete, ihn hier im Forum zu veröffentlichen.
Der Bericht ist noch voller Emotionen und frisch nach der Reise geschrieben.
Hier Ulis Text:


Jàime lÀlgerie
Wenn jemand zu mir nach meiner ersten Algerienreise 1966 gesagt hätte,das wirst du noch einmal mit voller Überzeugung sagen ,hätte ich zumindest Zweifel gehabt.
Am 8.3.00 habe ich gesagt:Jáime lÀlgerie,je suis arrive a lÀlgerie,hamdullilah.
Geplant war eine Reise Tanezrouft,Tessalit,Bourrem,Timbouctou,Mopti,Djenne,Pays Dogon und zurück Niamey,Agadez,Tam oder alternativ wieder Tanezrouft
Zur Anfahrt:
Grenzübergang Taleb Larbi:zügig,großzügig,Poliziekontrolle El Qued eine halbe Stunde,2 oder 3 weitere Kontrollen bis El Golea(Es wurden gerne vorbereitete Fiches genommen)
In ElGolea:Escort securite bis 100 Km Richtung Timmimoun(El Golea Richtung Tam ist immer noch Konvoizwang).Auf Grund meiner bisherigen Erfahrung bin ich nach den Renseignements beim Poste Gendarmerie gleich zu deren Kaserne gefahren und habe die Eskorte selbst bestellt,Aber losgefahren sind wir erst nachdem die Renseignements auch bei der Police erledigt waren.Nächste Kontrolle in Adrar,In Reggane Polizei,in Bordij Mohktar Gendarmerie,Polizei,Zoll,Tanken.Es gibt eine Beschränkung der Abgabemenge,was aber zumindest für uns kein Problem war...."ON VA REGLER"..... wurde zu unserem Standartspruch.
In Tessalit Meldung bei Zoll und Gendarmerie.Geldwechseln war nicht,Laisser passer Tourstique wurde t trotz Nachfrage nicht ausgestellt und an Versicherung war überhaupt nicht zu denken.Das sollten wir in Gao erledigen.Dorthin wollten wir aber zunächst nicht,und nachdem der Beamte als Destination Gao notier hatte,sind wir halt losgefahren und haben uns gesagt,das können wir auch in Timbouctou erledigen.Bei mehreren Kontrollen konnten wir und wegen der fehlenden Papiere immer wieder rausreden.
Auf der Piste nach Timbouctou entlang des Nigers haben wir an einer Pistengabelung versehenlich den Weg in das Dorf Bamba gewählt .Weil dieses eine "Sack"-Piste war,sind wir mehrmals durchs Dorf geirrt,
Als eine Salve Schüsse zu hören war,lagen plötlich alle Kinder ,die uns gefolgt waren flach im Sand.Panikartik haben wir unser Heil in der Flucht gesucht,die aber mit 3 Bar Reifendruck schon nach wenigen Metern in den Dünen beendet war.Dann kam die Polizi im Geländewagen und hat Geschimpft,Ihr könnt doch nicht hier herumfahren ohne Euch zu melden..Faire des renseignements beim Poste de Police,pas probleme.Bonne route. Weil die Jungs erst noch Luft aufpumpen wollten,ist es dem Chef de police eingefallen wiederzukommen und zu sagen :Vous restez ich,je vais telefoner avec mon Chef a Gao.Als ich ihn etwas fragen wollte,hat er mir das Wort abgeschnitten."Ici cèst nous qui commande."Ob er nun telefoniert hat oder nur zum Kaffetrinken gegangen ist,weiß ich nicht,jedenfalls kam er wieder:"Vous etes libre vous pouvez partir.
In Timbouctou hat uns die Polizeiam Place de LIndependance herangepfiffen.Da gab es eine Penalite.
Zunächst mußten wir im Sekretariat der Polizei visa Touristique kaufen,3000cfa pro Person.Wir hatten ja noch nicht getauscht da haben sie eben FF genommen
Nun die Strafaktion:
Die Strafen waren an einem Aushang abzulesen,den man uns gleich am Anfang gezeigt hat.50000cfa für Fahren ohne Permis,50000 für Fahren ohne Assurance und 50.000 für irgend etwas anderes.
Alle Diskussionen ,einschließlich Drohung mit der Botschaft ,Ministere de Tourisme waren vergeblich.
Wir standen in der prallen Mittagsonne vor der Polizei,Papiere bei der Polizei,Bank geschlossen,von der Versicherung garnicht zu reden. und das mit dem Zoll war auch noch nicht geregelt.
Als wir dann weich genug waren um die Strafe zu bezahlen,wollte die Polizei keine FF annehmen,sie hätten keine Maschine um die Echtheit zu überprüfen.Warum hatten wir uns nur so aufgeblasen?
Schließlich hatte einer der Beamten ein Einsehen und sagte wir sollten zum Hotel fahren uns ausruhen und nachmittags wiederkommen und alles regeln.Nachdem uns der Chef de Police versichert hatte,daß keine Polizisten in Timbouctu unterwegs seien ! und deshalb keine Gefahr bestände erneut wegen Fahren ohne Papiere bestraft zu werden,haben wir das auch gemacht.
Im Hotel hat der Maitre beim Zoll angerufen,wir aollten gleich dorthin kommen.aber "Baba" der Chef hat erst mit uns geschimpft,wenn wir das laisser passer in Tessalit erworben hätten,hätte es 2000cfa gekostet,jetzt kostet es 10000 .(pro Fahrzeug)"Ach ihr habt keine cfa?Dann müßt ihr später wiederkommen.
Zurück im Hotel haben wir eine Führer engagiert,so daß bis zum Abend alles geregelt war.
Bei Zoll und Polizei wurde gnädig verfahren,nachdem wir Einsicht und guten Willen gezeigt haben und den Beamten versichtert haben,daß wir die Sache ihnen nicht persönlich zu schreiben und daß wir Freunde werden können.Nachdem wir uns auch noch bereit erklärt haben,eine Spende für das Cafe police zu geben,hat man doch tatsächlich vergessen ALLE unsere Übertretungen zu bestrafen.
Beim Zoll war der Verlauf im 2.Anlauf ähnlich gnädig,.
Beim Tanken hat man Karsten in seinen 70 l Tank 90 l eingefüllt!?-Erwischt-Dann bezahlst du halt 70 l-reg dich bloß nicht auf.-C``est lÀfrique.
Fahrt von Timbouctou nach Douazenza.Die Nigerfähre für 5 Autos war bestückt mit 2 funktionlosen 10Liter Dieslmachinen und wurde angetrieben von einem 7 PS Außenborder.Bei Buchung der Fähre am Abend vorher-Die Fähre kam spät zurück und die Verhandlunen wurden in absoluter Finsternis mitten zwischen dem Familienleben in den offenen Schilfhütten rings um die Anlegestelle geführt--wurde von Wind gemurmelt.was zur Folge hatte,daß wir bei Abfahrt am Morgen für einen 2.Außenborder nachladen mußten.Weil nämlich immer Wind ist.
Beladen und Entladen der Fähre mit Drücken,Schieben,Anheben,Versuch vorwärts,rückwärts-spannend wie erwartet.
Fahrt über Douaznza,Mopti,Djenne.Der Montagmarkt dort war ein Highlight.Fahrt nach Bandiagara und über Gao zurück.
Das Schicksal ereilte uns aber schon vor Borrem.
Der Kastenrahmen von meinem L200 war gebrochen.-Selbst schuld-Aeroplast Kabine 450kg,150 l Zusatztank,60l Diesel im Kanister 100l Wasser,Ausrüstung usw,deutlich über 1 to Nutzlast,30000 km mit Kabine,daon 8000 Piste
Schweißversuch in Borrem,vor Douaznza Bruch der anderen Seite,dort geschweißt.Wir haben unser Programm "pays dogon "unerledigt abgehakt und wollten nur noch mit unserer Begleitung über die Tanezrouft zurück.
In Anefis zum 3.Mal Bruch.Wir haben nun auch die Rückreise mit unserem Auto abgehakt.
In Anefis haben wir einen Lkw aufgetan der uns "Route direkt nach Al Ghilal ?? 15 Km südlich von Bordij Mokhtar bringen wollte.
Jetzt wurde es richtig spannend und teuer.
Wir haben mit Millah Mohammedi-einem echten Touareg einen Vertag abgeschlossen uns für 600000cfa nach Al Ghilal zu bringen.Der Vertrag wurde im Büro der Gendarmerie geschlossen.-Offizieller anstrich-
Anschließend faire des Renseignements beim Zoll."C`est dangereux,niemals anhalten wenn einer winkt,il ya dea Bandites et....(bekannte Handbewegung in Halsnähe)Millah ist ein junger Mann,er kennt die Gesetze nicht und hält sich auch nicht daran,sein LKW darf keine Autos transportieren,In Al Ghilal gibt es keine Gendarmerie,ihr könnt dort keinen Ausreise Stempel bekommen.Mais pas problem pour vous.Schickt Millah voerbei.Um sicher zu sein,daß ich das auch veranlasse haben sie mir mein laisser passer tourisique abenommen,Millah könnte es mir bringen.
Am Morgen:Millah wo ist mein Laisser passe-Beim zoll-Warst du gestern nicht da?-Doch aber das sind Gauner,die wollen bloß Geld.,Du mußt es selbst holen.
Nach 3 Anläufen und Vermittlung einer 3.Person(Honorar!) hat Milla schließlich 60000cfa für das OK des Zoll bezahlt
Es folgten 2 Tage "Route direkte" auf einem MAN Bj67 dessen Allradantrieb man durch Montage der vorderen Kardanwelle aktivieren konnte
Mitfahrer waren Brigitte,ich Millah,ein Vasall(ami) und ein Haratin der die Niederen Arbeiten erledigt hat:Kochen,Bleche schleppen....
Erwähnenswert von der Fahrt:
Zu Beginn alle 2km anhalten,Quatschen,Fahrt zur Eseltänke Wasser fassen,dann unvermittelt anhalten aus dem Auto springen und demonstrativ mit einem Revolver auf Vogeljagd gehen.Vorsichtige Annäherung an unbekannte entgegenkommende Fahrzeuge unter Bereithalung der PistoleNächtliche Fahrt auf der Route direkte mit einem Scheinwerfer mit 5 mReichweite.21 Uhr Begegnung mit einem einheimischen Toyo der angeblich um 9:00 von Bordij Mokhtar losgefahren war 160 km von B.M.entfernt. .
Als wir parallel zur algerischen Grenze fuhren Treffen mit 2 Toyos mit den berühmten roten Seitenstreifen,die Millah aber kannte.Dann wurden wir von einer Streife der Gendarmerie angehalten,die uns erklärte,wir seien nicht auf dem Wege des GesetzesWir könnten nicht einfach ohzne Stempel ausreisen müssten nach Tessalit.Unser Glück war,daß sie zufällig einen Stempel dabei hatten.!!
Die Spannung hatte aber ganz erheblich zugenommen,weil sie aich Millah gegenüber nicht sehr wohlwollwnd waren.<<<es waren eben keine Touaregs sondern Neger.
Wir wurden streng befragt,nach 3 Touristen,2 Peugots 504,Mitsus und einem Landy.Wo ist Eure Begleitung,ihr könnt doch nicht alleine fahren.Man sucht 3 überfällige Touristen.
Kann möglich sein,daß man uns sucht,wir sind mit 3 Fahrzeugen über Tessalit eingereist und nicht wie angegeben nach Gao gefahren.Den Verbleib der beiden Mitsus hätten wir aufklären können,der Landy wollte weiter nach Burkina und Niger.
Mittags Ankunft in al Ghilal.Mittagspause,Tee trinken,Reis und Hammel kochen.Das Hammelfleisch wurde von dem Haratin mit den Fingern abgepult und die Brocken in die Reisschüssel vor den einzelnen Essern geworfen.
Nach 2 Stunden Abladen in Prickelnder Athmosphäre.Dorfkino.Zur Minderung der Schaukelei hatten die Experten den Luftdruck an den Hinterädern soweit reduziert,das die Schläuche durchgescheuert waren.so daß beide Reserveräder montiert werden mußten.Die Abfahrt vom LKW auf die "Dreckhaufenrampe." und die Abfahrt von dieser Rampe war kriminell.
Nach 2 1/2 Stunden Arbeit unter reger Anteilnahme und Mithilfe der Bevölkerung war die Aktion beendet,Werkzeug und Ausrüstung ins Autoschmeuißen und -Fluchtartig im Schritttempo wegen des gebrochenen Rahmen-haben wir das gastliche Dorf verlassen.
Die Spannung wurde noch etwas gesteigert dadurch,daß ich nicht ausreichend FF hatte und Millah keine DM haben wollte.Wir hatten verinbart,daß ich in B,M wechseln wollte,aber ich wußte auch nicht ob das möglich sein würde.
Zunächst wollten die Leute im Dorf wechseln,aber zum Kurs von 2:1,was ich abgelehnt habe,dann wollten sie andere Geschäfte machen,I ln`y.a pas de banque,cèst marche noir.
In Bordij mokhtar haben wir uns als erstes bei der Polizei gemeldet auf deren Hof wir übernachten durften.
21:00 Uhr-GERETTET. s.o.
Am nächsten Morgen faire des Rensignements beim Zoll,dessen Chef mir beim Tauschen behilflich war,so daß ich Millah bezahlen konnte.Er hat erzählt,die 3 Touristen sein gefunden.-Tot- s.o.
Anruf beim ADAC,der uns die Tel Nr von M Boudrar in Algier gegeben hat,der in vorbildlicher weise unsre Heimreise organisiert hat .In 2 Tagen waren wir via Adrar,Algier Paris Frankfurt zuhause.
Auf Ankunft des Autos hoffen wir in 4-6 Wochen.
Der Anfang der Heimreise war ebenfalls filmreif,aber das ist eine andere Geschichte.
hier ist sie.:
Freundliche Aufnahme bei der Polizei und beim Zoll.Verhandeln vor Ort was zu tun sei.M.Boudrar hat gesagt,wenn wir bis Adrar kommen,sollen wir in das Hotel Touat,dort kann er uns Geld anweisen und Tickets hinterlegen.Man hat uns gesagt am Donnerstag geht ein Flieger nach Adrar.Es kostet ca 300 DApro Person.Der Chef de Duane hat mir nocheinmal 100 DM gewechselt,so daß ich insgesamt 9000 DA hatte.Am Donnerstag hat der Zoll das Auto ins Depot genommenund uns zum Flughfen gebracht,wo wir bei einem Typen im Wohnkontainer auf das weitere gewartet haben..Dieser Typ hat sich furchtbar aufgeblasen.Habt ihr eine Wechselquittung von der Bank?-Nein,denn in Bordij gibt es keine Bank.-Dann könnt ihr nicht mit.Die Quittungen von dem früheren Umtausch haben wir erst zuhause in der Reistasche gefunden.Ich habe ihm unsere Situation erklärt und gesagt:tout va regle,was ihm offensichlich nicht gepaßt hat.Brigitte habe ich getröstet: irgendwann läuft unser Visum ab,dann können sie uns ja abschieben.Auf das Geschwätz setze ich mich mit dem A...drauf.Wir haben dann das gastliche Lokal verlassen und sind zur Abfertigung gegangen,wo uns Polizi und Zoll mit Hallo begrüßt haben.Ca va?-bien!-ca va-bien! mais il ya un petit probleme,nous n` avons pas un billet de change.-On va regler-
Der Kartenverkäufer kam mit der Maschine aus Adrar an,der freundliche Polizist hat ihm unsere Situation erklärt und wir durften mitfliegen.aber er hat erst einmal unsere Pässe einbehalten,er wollte wirklich kein Geld ohne Tauschquittung.Ich habe ihn gefragt ob wir mit der Maschine nicht gleich nach Algier mitfliegen könnten,aber das wollte er auch nicht,-Ihr fliegt um 17:30 mit der Boing 707.
In Adrar ist er mit uns zur Bank gefahren,ich hatte noch 300 DM,Kreditkarte und Euroscheck.Die wollten sie aber nicht wechseln.Die 300 Mark haben gerade für den Flug nach Adrar gereicht.und die DA die ich in Bordij getauscht hatte hätten auch nicht gereicht.Also doch erst ins Touat.In dieser Situation habeich dem Agenten der àir Algerie die Telefon Nr von m.Boudrar gegeben,et il l`a regle´.
Wir sollten um 16:00 am Aeroport sein,um 16:30 kam der Chef de Police hat unsere Pässe für die Renseignements de sortir abgeholt,ein anderer Polizist hat sie uns wiedergebracht,um17:10 kam ein anderer Polizist und hat uns einen Briefumschlag mit Tickets und Bordkarten gebracht.
Gepäckkontrolle ist entfallen,weil der Polizeichef das so angesagt hatte.
In Algier hat uns M.Boudrar abgeholt in einem 5 Sternehotel untergebracht und am nächsten Morgen in dieMaschine nach Paris gesetzt.Abends waren wir zuhause.
Die restlichen DA wollte m.Boudrar auch nicht rücktauschen-prenez pour la prochaine fois.

Wir fahren wieder-mit einem anderen Auto und überhaupt "Wir kennen uns ja jetzt aus."

Noch eine Bemerkung zum subjektiven Sicherheitsgefühl:Wir hatten ein Iridium Handy mit (Mietkonditionen bei Hire-Phone,Kauf bei Iridium).In Anefi und Unterwegs haben wir öffentlich telefoniert und kein Zweifel daran gelassen,daß wir unsere Position,Ziel voraussichlichen Zeitaufwand,Name des Chauffeurs und Autonummer durchgegeben haben.Die Leute waren beindruckt,so daß unsere Sorgen mindestens den Transport betreffend doch ganz erheblich reduziert werden konnten.

IP: Gespeichert

Alle Zeiten sind MEZ (DE)

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